Dialog: Zeit zum Friedenstifen

Christen und Muslime

"Dialog ist die einzige Möglichkeit, einander wirklich kennenzulernen"

"Dialog: die einzige Möglichkeit, einander wirklich kennenzulernen"

meint Bischof Bünker. Die Plattform Christen und Muslime will "durch Dialog Vorurteile abbauen"

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Wien, 5. November 2014 (epdÖ)  Der Dialog ist das wichtigste Werkzeug, um ein besseres Miteinander von Christen und Muslimen zu erreichen und pauschale Vorurteile und Hetze gegenüber Bevölkerungsgruppen abzubauen. So lautete der Grundkonsens auf der ersten Veranstaltung der neu gegründeten "Plattform Christen und Muslime" am Donnerstag, 30. Oktober im Festsaal der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien. Zum Thema "Religiöser Extremismus - Ist Dialog sinnlos geworden?" diskutierten der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, die Leiterin der berufsorientierten islamischen Fachschule für soziale Bildung Zeynep Elibol, der muslimische Musiktherapeut Gernot Stanfel sowie Aloisia Wörgetter, ehemalige Botschafterin in Algerien und Leiterin der Task Force "Dialog der Kulturen" im Außenministerium.

Dialog sei zwar ein Prozess, der niemals rasch vonstattengehe, er sei aber die einzige Möglichkeit, einander wirklich kennenzulernen und so auch ein gutes Mittel der Prävention, sagte Bünker. Dabei unterstrich er den Unterschied zwischen Kommunikation und Dialog. Miteinander in Kontakt zu treten und zu kommunizieren sei die eine Sache, einen echten Dialog zu führen bedeute aber vielmehr, sich auch aufeinander einzulassen und mit dem Gegenüber mitzufühlen. Sinnlos sei Dialog niemals, denn wenn man selbst willig zum Dialog sei, werde man ein Gegenüber finden, das dies auch ist. Der IS habe durch seinen Allmachtsanspruch dem Dialog zwischen Christen und Muslimen auch in Österreich massiv geschadet, so der Bischof.

Aloisia Wörgetter hob die Wichtigkeit von Vereinen wie der "Plattform Christen und Muslime" hervor. Sie würden dazu beitragen, den Dialog in der Gesellschaft voranzutreiben. Die Schulleiterin Zeynep Elibol betonte die Wichtigkeit des interreligiösen Dialogs besonders unter Jugendlichen. Wenn man sich die aktuellen Nachrichten über radikalisierte Jugendliche durchlese, sehe man, wie sehr dieses Thema in den letzten Jahren von der Politik und der Gesellschaft vernachlässigt worden ist. Man dürfe den Hetzern und Scharfmachern nicht das Feld überlassen und müsse Jugendliche bereits in der Schule im Dialog unterrichten. Es sei wichtig, nie den Dialog aufzugeben, denn dies sei genau das, was die Terroristen erreichen wollen, meinte Musiktherapeut Stanfel. Deswegen sei eine Initiative wie die neu gegründete Plattform von immenser Wichtigkeit, um Ängste und Vorurteile abzubauen.

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