Dialog: Zeit zum Friedenstifen

2010-07-19 "Juden und Muslime in Öster.- Rückkehr zum Dialog gefordert"

Die Plattform „Christen und Muslime" beobachtet mit Sorge die zunehmende Schärfe des Konflikts zwischen führenden Exponenten der Israelitischen Kultusgemeinde und der Islamischen Glaubensgemeinschaft, insbesondere mit einem muslimischen Mandatar im Wiener Gemeinderat und Mitgründer unser Plattform.

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Die jüngsten Wortmeldungen belasten das bisher so beispielhafte und von gegenseitigem Verständnis getragene religiöse Klima in Österreich.

Die „Plattform Christen und Muslime" appelliert deshalb mit allem Nachdruck, die zuletzt aufgebrochenen Differenzen möglichst rasch im Dialog zu schlichten - in Respekt vor den unterschiedlichen Aufgaben in der Vertretung einer Religionsgemeinschaft und eines politischen Mandats.

In der Demokratie ist jede Kritik oder friedliche Demonstration, auch gegen die Politik eines anderen Staates - sei es Israel oder ein islamischen Staat - ein selbstverständliches Recht aller Bürgerinnen und Bürger, ungeachtet der Herkunft und des religiösen Bekenntnisses. Gemeinsam aber ist und bleibt es die gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung aller Christen, Juden und Muslime in Österreich, unmissverständlich gegen alle Formen von Rassismus, Antisemitismus und  Islamfeindlichkeit aufzutreten.

Die 2006 gegründete „Plattform Christen und Muslime" bekennt sich - wie es schon in ihrer Gründungerklärung heißt  - nachdrücklich zu einer Kultur der gegenseitigen Rücksichtnahme und Solidarität, „um einander besser zu verstehen, mehr voneinander zu wissen und zu lernen, mehr aufeinander zu achten und mehr miteinander zu leben".

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2010-02-24 "Religion im Klassenzimmer"

Anlässlich einer prominent besetzten Podiumsdiskussion formulierte die „Plattform Christen und Muslime" als interreligiöses Gesprächsforum am Mittwoch in Wien ihre gemeinsame Haltung zur aktuellen Diskussion über die Zukunft des Religionsunterrichts und zur Präsenz religiöser Symbole in öffentlichen Schulen.

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Hier die Erklärung im Wortlaut:

  1. Jahrtausende der Kulturgeschichte beweisen: Religion gehört zur Identität des Menschen.  Trotz aller vieldiskutierten „Entkirchlichung" gibt es auch heute eine tiefe, vielfach sogar wachsende Sehnsucht nach Spiritualität und nach Antworten auf existentielle Grundfragen. Diesem Bedürfnis entsprechend ist auch der säkulare Staat gefordert, seinen Bürgern einen breiten Zugang zu religiösen Sinnangeboten zu sichern.
  2. Gerade der pluralistische, demokratische Staat lebt letztlich von ethisch-moralischen Voraussetzungen, die er nicht aus sich heraus schaffen und garantieren kann. Religionen bieten solche Voraussetzungen - wenn auch nicht mehr alleine und nicht monopolartig, so doch in einem noch immer bemerkenswerten Ausmaß.  Die zunehmende weltanschauliche Vielfalt setzt freilich den  respektvollen, wertschätzenden Umgang der großen Weltreligionen miteinander voraus.
  3. Wie nie zuvor,  ist gerade in unserer pluralen, globalisierten Lebenswelt die besondere Dialogfähigkeit der Bürger notwendig -  sie wird schon in naher Zukunft noch wichtiger sein als heute. Dialog setzt aber Wissen voraus - auch Wissen um die eigenen Grundwerte und die von Anderen. Wo sonst, wenn nicht in der Schule, können sie von einer kommenden Generation erlernt und eingeübt werden.
  4. Wer unter diesen Vorzeichen Religion aus dem öffentlichen Leben ausklammern und in das rein Private abdrängen möchte, der reduziert diese Dialogfähigkeit und riskiert ein nachhaltiges Ansteigen sozialer Missverständnisse und Spannungen.  Alle relevanten Umfragen bestätigen: Gelebte Religiosität führt in hohem Maß nicht zur Reduktion, sondern im Gegenteil zur Erweiterung der persönlichen Solidarkreise und zu sozialen Verantwortung.

Aus diesen Erfahrungen plädiert die „Plattform Christen und Muslime" nachdrücklich dafür, das in Österreich so bewährte Kooperations-Modell von Staat und Religionen auch im Schulwesen fortzusetzen - unter wechselseitigem Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme. Es zählt zu den besonderen Errungenschaften unseres Landes. Einst aus bitteren Erfahrungen gewachsen - inzwischen längst ein Segen für Österreich.

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2009-05-15 Protest-Erklärung gegen Missbrauch der Religionsfreiheit ...

und religiöser Symbole

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Protest-Erklärung der „Plattform Christen und Muslime" vom 15. Mai 2009   

  

Die gute Zusammenarbeit innerhalb der Plattform ermöglichte eine rasche Klarstellung zu den politischen Entwicklungen, der auch kirchliche und politische Vertreter umgehend folgten.

Die Plattform Christen und Muslime verurteilt den zunehmenden Missbrauch der Religionsfreiheit und der Meinungsfreiheit durch islamophobe und ausländerfeindliche Kräfte in Österreich.

  

Religiöse Symbole, etwa das christliche Kreuz, haben als Wahlkampfinstrumente in der Hand von Politikern, wie des FPÖ-Obmanns Heinz Christian Strache, nichts zu suchen. FPÖ-Plakate mit dem Slogan „Abendland in Christenhand" sind keine „kulturpolitische Aussage", wie behauptet wird, sondern richten sich in volksverhetzender Weise gegen islamische Mitbürger.

Es wäre tragisch, würden Österreicherinnen und Österreicher in größerer Zahl in die Falle einer gnadenlos opportunistischen Politik gehen, die mit großer Regelmäßigkeit in Wahlkämpfen ihr „Christentum" entdeckt und dabei in bestürzender Weise dokumentiert, wie sehr sie Geist und Inhalt der christlichen Botschaft verfälscht. Wie leicht die Tendenzen einer verantwortungslosen Sprachverwilderung zum offenen Gesetzesbruch werden können, zeigt nicht nur die wachsende Zahl antiislamischer, sondern auch antisemitischer und neonazistischer Äußerungen durch einzelne Jugendliche, wie die jüngsten Vorfälle in Ebensee und Auschwitz beweisen.   

Für die Plattform Christen und Muslime:   

Botschafter i. R. Dr. Walter Greinert

Prof. Heinz Nußbaumer

Dr. Peter Pawlowsky

Dr. Paul Schulmeister

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2009-03-19 "Keiner Provokation von Christen oder Muslimen nachgeben"

Schmierereien in Mauthausen zeigen Geistesverwandtschaft von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

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  DIE PLATTFORM CHRISTEN UND MUSLIME

STELLT SICH ALLEN BESTREBUNGEN ENTGEGEN,

EINEM AUFRUF ODER EINER AUFHETZUNG GEGEN EINE DER BEIDEN RELIGIONEN

ODER GEGEN EINE ANDERE RELIGION ZU FOLGEN!

  

IN DIESEN SINNE VERURTEILEN WIR MIT EMPÖRUNG UND TRAUER

DIE BESCHMIERUNGSAKTION IM EHEMALIGEN KZ MAUTHAUSEN

UND RUFEN ALLE MENSCHEN GUTEN WILLENS AUF,

SICH WEITERHIN FÜR VERSÖHNUNG UND ZUSAMMENARBEIT

UNTER DEN ABRAHAMITISCHEN RELIGIONEN EINZUSETZEN!

  

Schmierereien in Mauthausen zeigen Geistesverwandtschaft von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

  

Die rassistische Beschmierung am KZ Mauthausen sollte als Reaktion mehr als nur eine klare Verurteilung seitens der Politik und Zivilgesellschaft hervorbringen.

Von der Wortwahl bis zur Ausführung zeigt sich hier eine Dimension von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, die auf einen hohen Grad von Organisiertheit schließen lässt. Es erscheint dringend geboten, solche erschreckenden Signale sehr ernst zu nehmen und nachhaltige Schritte der Bewusstseinsbildung und Aufklärung zu setzen. Schließlich wird hier auch deutlich, dass Antisemitismus und Hetze gegen Muslime in direkter Geistesverwandtschaft stehen. Gerade angesichts mancher Debatten der vergangenen Wochen muss klar werden, dass beide Phänomene nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Ganz im Gegenteil sind Parallelen aufzuzeigen und der interreligiöse und interkulturelle Dialog wie die Rassismusforschung auch in der öffentlichen Wahrnehmung zu forcieren.

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2008-12-19 "Zum Start der neuen österreichischen Bundesregierung"

Die „Plattform Christen und Muslime" hat sich in ihrer Gründungserklärung vom Februar 2006 zu Respekt und Toleranz, Dialog und Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang bekannt, um in Österreich ein friedliches Zusammenleben der Angehörigen dieser Religionen und Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zu gewährleisten.

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Respekt und Toleranz, Dialog und Achtsamkeit im gegenseitigen Umgang bekannt, um in Österreich ein friedliches Zusammenleben der Angehörigen dieser Religionen und Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zu gewährleisten. Die Plattform erwartet von der neuen österreichischen Regierung

  • die strikte Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze gegenüber allen österreichischen Staatbürgern ohne Ansehen ihrer Herkunft und Religionszugehörigkeit;
  • die Förderung politischer und religiöser Bildung in allen Bildungsinstitutionen zum Abbau von Missverständnissen und pauschalen Vorurteilen gegenüber dem Islam;
  • eine klare Positionierung gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen die Diffamierung von Minderheiten, um soziale Spannungen und Spaltungen zu vermeiden.

Die Integration neuer sozialer Gruppen ist eine wechselseitige Aufgabe. Muslime, die sich als österreichische Mitbürger zur Verfassung und zu den Gesetzen Österreichs bekennen, dürfen ihrerseits die Zuerkennung jener Rechte erwarten, die ihnen - ebenso wie den Christen, Juden und Angehörigen anderer anerkannter Religionsgemeinschaften - durch Rechtsstaat und Religionsfreiheit garantiert sind. Dazu gehören

  • die Praxis des öffentlichen Gebets, auch in der jeweiligen Kultsprache, wie das in Kirchen und Synagogen selbstverständlich ist;
  • die Errichtung von Kulturzentren, Gebetshäusern und Moscheen entsprechend den geltenden Bauordungen;
  • die Achtung von Minderheitsrechten betreffend Kleidung, Speisevorschriften usw.

Die Stärke des europäischen Lebensmodells erweist sich in seiner Dialog- und Pluralismus­fähigkeit. Daher erwarten wir von der Bundesregierung die Verhinderung aller Formen von Ausgrenzung, die Ermöglichung uneingeschränkter gesellschaftlicher Partizipation auf allen Ebenen und - als beispielgebende Integrationsmaßnahme - die verstärkte Hereinnahme von Personen mit Migrationshintergrund und muslimischem Glauben in den öffentlichen Dienst.  

Bedauerlicherweise hat die neue Bundesregierung kein eigenes Integrationsstaatssekretariat eingerichtet. Im Hinblick auf die wachsende Bedeutung dieses Anliegens unterstreicht die „Plattform Christen und Muslime" deshalb die Notwendigkeit eines eigenen Regierungs­beauftragten für Integrationsfragen mit Sitz im Bundeskanzleramt.

Wien, im Dezember 2008

Prof. Heinz Nußbaumer / Dr. Paul Schulmeister / DI Omar AlRawi / Carla-Amina Baghajati / Botschafter i.R. Dr. Walter Greinert / Dr. Peter Pawlowsky 

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2008-06-21 "KIPFERLSTURM" auf den Peilstein

Die Plattform Christen und Muslime veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Alpenverein einen gemeinsamen Ausflug auf den Peilstein (Wienerwald).

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Die circa einstündige Wanderung auf den mit einem Gipfelkreuz geschmückten Berg ist eine ironische Erinnerung an jenen Sturm im Wasserglas, als im Herbst 2006 ein, von einer Künstlergruppe in Umlauf gebrachter gefälschter Brief den Eindruck erweckte, der Alpenverein würde der Ersetzung der Gipfelkreuze durch Halbmonde zustimmen.

Auf den erkennbaren Scherz hereingefallen war nur der BZÖ Vorsitzende Westenthaler, der sich über die vermeintliche Zumutung furchtbar aufregte. Der „Kipferlsturm" soll den Charakter eines lustigen Ausflugs in österreichischer Gemeinsamkeit tragen.

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2006-05-15 Integration: Zurück zur Sachlichkeit!

Die Plattform "Christen und Muslime" stellt nach Studium der veröffentlichten Teile der Integrationsstudie des Innenministeriums eine Reihe offenkundiger Schwächen fest, die geeignet sind, die Fakten zu verzerren

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Die umstrittenen Äußerungen der Innenministerin haben in den vergangenen Tagen eine vielfach polarisierende Angstdebatte über die Ausländerintegration in Österreich ausgelöst. Umso wichtiger ist es, die hohe öffentliche Aufmerksamkeit rasch zu einer Versachlichung der Debatte über dieses sensible Thema zu nutzen. Die Plattform "Christen und Muslime" stellt nach Studium der veröffentlichten Teile der Integrationsstudie des Innenministeriums eine Reihe offenkundiger Schwächen fest, die geeignet sind, die Fakten zu verzerren:

  • Die Erhebung bei den Muslimen in Österreich ist nicht repräsentativ und klammert überdies ausdrücklich die Hälfte der im Land lebenden Muslime aus, indem sie sich nur mit Personen aus der Türkei und Bosnien beschäftigt (51,4 %).
  • Während die Studie die Haltung der Österreicher an Hand eines repräsentativen Samples untersucht, fehlen im Teil über die Muslime alle Differenzierungen nach Alter, Geschlecht, Wohnort und Aufenthaltsdauer.
  • Unbekannt sind sowohl die Fragestellungen, als auch das Profil der Beantworter und Beantworterinnen. Sind Frauen ausreichend zu Wort gekommen? Die Studie gibt jedenfalls über deren Selbsteinschätzung und Meinungen keine Auskunft.
  • Die fehlende Differenzierung nach Lebensalter lässt eine entscheidende Frage unbeantwortet: Ob nämlich die Integration in der zweiten und dritten Generation fortschreitet. Das zu wissen, ist für die Integrationspolitik unerlässlich.

Die Plattform "Christen und Muslime" hält es aus diesen Gründen für leichtfertig und riskant, aus der Studie des Innenministeriums gültige Schlüsse auf die Integrationswilligkeit der in Österreich lebenden Muslime zu ziehen. Allerdings weist die Studie auf mehrere Ansatzpunkte für die Möglichkeit einer gelingenden Integration hin. Daran sollte man konstruktiv anknüpfen. Vorrangig wird es darauf ankommen zu klären, was mit "Integration" tatsächlich gemeint ist. Ohne eine solche Klärung fehlen der Politik auch weiterhin klare Zielvorgaben.

  

Für die Plattform "Christen und Muslime"

Prof. Heinz Nußbaumer

Dr. Peter Pawlowsky

Carla Amina Baghajati

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