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Prinzipien und Methoden der qualitativ-empirischen Forschung

Zusammengestellt von Univ. Prof. Dr. Susanne Heine

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1.      Eine qualitativ-empi­ri­sche Forschung können nur ausgewiesene und neutrale Sozial­wis­senschaftler/in­nen durchführen; diese dürfen um der notwendigen Objekti­vität willen we­der positiv noch negativ in den zu untersu­chenden Gegenstand invol­viert sein.

2.      Involvierte Personen können (und sollen) im Rah­men von Experteninterviews zu Wort kommen, sofern sie dazu bereit sind.

3.      Diese Forschung arbeitet mit thematisch offenen Interviews, die auf freiwilliger Bereit­schaft zur Teilnahme beruhen; sie ist kein Kontrollinstrument.

4.      Eine qualitativ-empirische Untersuchung darf daher nicht von thematischen Voran­nah­­men aus­gehen (z.B. von theologischen oder ideologischen); die Interviews dür­fen solche auch nicht abfragen, damit der methodisch notwendige offene Zugang ge­wahrt bleibt.

5.      Die Anonymität der Interviewpartner/innen muss garantiert werden und bleiben.

6.      Die Interviews müssen in Sozialfeldern geführt werden, die sich voneinander unter­schei­den. Denn empirische Forschung benötigt Vergleichsstudien, da sie auf dem methodi­schen Kontrast aufbaut; Kontraste können sein: orthodox im Unterschied zu liberal; musli­misch im Unterschied zu evangelisch, katholisch oder nicht religiös.

7.      Das Forschungsdesign und die sukzessiven Forschungsphasen müssen exakt doku­men­tiert werden: Methoden, Kriterien der Auswahl der Gesprächspartner, Krite­rien der  Analyse des erhobenen Materials, z.B. Suche nach Ursachen, Rah­men­bedingun­gen oder Hand­lungs­konsequenzen.

8.      Die Interviews müssen nach bestimmten Methoden ausgewertet werden; es muss offen­gelegt werden, ob es sich z.B. um eine Feinstrukturanalyse, eine Systemanalyse oder eine Typenbildung handelt.

9.      Die Analyse durch unabhängige Interpretationsgruppen dient der Objektivität: Wer inter­viewt, sollte nicht analysieren, und umgekehrt.

10.  Die Ergebnisse müssen erkennen lassen, welche Entscheidungen und Methoden zu die­sen geführt haben, und damit in einem nachweisbaren Zusam­menhang stehen. Das bloße Zu­sammentragen von Meinungen führt zu subjektiven Interpretationen und ver­stößt gegen die wissenschaftliche Objektivität.

11.  Die Ergebnisse gelten nur für den ausgewählten Forschungsgegenstand und dürfen nicht verallgemeinert werden.

12.  Weitere schriftliche und virtuelle Quellen, die herangezogen werden, müssen im Zusam­menhang mit dem Forschungsthema stehen; die bloße Auflistung ohne eine metho­disch verantwortete Analyse öffnet willkürlichen, wohlwollenden oder böswilli­gen, Assoziatio­nen Tür und Tor.

Zusammengestellt von Univ. Prof. Dr. Susanne Heine

 aufgrund ihrer Lehrtätigkeit an der Universität Wien.

Einschlägige Literatur:

Ulrike Froschauer, Manfred Lueger, Das qualitative Interview, UTB Wissenschaft, Wien: Facultas, 2003.

Dies., Interpretative Sozialforschung: Der Prozess, UTB Wissenschaft, Wien: Facultas, 2009.

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Über die Möglichkeiten der Auslegung von Koran und Bibel

Univ. Prof. Dr. Ulrike Bechmann leitet das Institut für Religionswissenschaft an der Universität Graz
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